Donnerstag, 11. Februar 2010

Elektronisch Rauchen...



...klingt schon irgendwie bescheuert, so nach elektronisch Essen oder elektronisch Trinken. Aber zu rauchen ist eh schon bescheuert, und da macht es auch keinen großen Unterschied mehr es zu „elektrnifizieren“ - Rauchen 2.0 sozusagen...

Aber mal Spaß beiseite: Was ist das überhaupt? - Warum raucht man neuerdings „Elektronische“?

Um das zu verstehen sollte man sich zuerst einige der Tatsachen über das Rauchen in Erinnerung rufen:

Genau wie die Abhängigkeit von Alkohol oder anderen Drogen, ist Rauchen erst mal eine Sucht. Und wie jede andere Sucht auch, zeichnet sie sich dadurch aus, dass es den Abhängen, wenn überhaupt, nur sehr schwer fällt „Es“ zu lassen.

Es gibt Studien die behaupten, dass im Schnitt nur 1,5% aller Aufgabeversuche dauerhaft erfolgreich sind. Viele Raucher versuchen es über Jahrzehnte immer wieder, Viele schaffen es nie.

Außerdem ist hinreichend bekannt wie ungesund das Rauchen ist. Die Liste der Krankheiten ist lang und die Letalitätsquote liegt bei 1:2 - was nicht Anderes bedeutet, als dass von zwei Rauchern, Einer an durch das Rauchen bedingte Krankheiten sterben wird. 

Woran liegt es also nun eigentlich das es so schwer ist mit dem Rauchen aufzuhören? 

Viele glauben, man müsste dem Raucher nur seinen „Suchtstoff“ - das Nikotin - verabreichen und mit ein bisschen guten Willen könne er dann schon von der Zigarette lassen.

Mitunter klappt das auch. Die Quote steigt aber auch bei, derart „getunten“, Aussteige-Willigen nur auf ca. 5%. Holt man sich zusätzlich noch professionelle Hilfe, steigt der Anteil auf ¨riesige¨ 15%. So richtig toll ist das aber auch noch nicht.

Es ist weit mehr als nur das Nikotin was einen Raucher bei der Stange hält: Raucher-Karrieren gehen über Jahrzehnte. Genügend Zeit, seine Gewohnheiten auf die Sucht auszurichten. Man kann sich schließlich kaum noch vorstellen wie Entspannen ohne Zigarette geht. Vielleicht zu vergleichen mit einem Sportler, der es sich angewöhnt hat nach dem Training in die Sauna zu gehen und der irgendwann einmal Beides nicht mehr voneinander trennen kann.

Und so sind Raucher wie der berühmte „Pawlowsche Hund„ darauf konditioniert zur Zigarette zu greifen wenn sie sich langweilen - sie gegessen haben - aufgestanden sind oder sonst etwas machen, zu dem sie schon immer auch geraucht haben.

Diese Konditionierung ist mindestens genauso stark die Nikotinsucht selbst.

Allerdings sind eingeschliffene Gewohnheiten viel schwerer zu bekämpfen als die Sucht nach Nikotin. Letztere klingt nach wenigen Tagen ab, Gewohnheiten anzulegen – vor allem wenn sie vielfältig sind – kann sehr lange dauern. Man hört immer wieder von Ex-Rauchern, die nach Jahren wieder mit dem Rauchen anfangen.

Solche Leute sind Opfer Ihrer alten Gewohnheiten geworden. Gewohnheiten die wie eine Bestie, versteckt in der hintersten Ecke der Persönlichkeit, nur darauf gewartet haben bei der passenden Gelegenheit wieder hervor zu kommen und das Kommando wieder zu übernehmen. - Die wieder aufflammende Sucht tut dann nur den Rest.

Wer nun sagt das alles nur eine Frage des Willens ist, und dass die es nicht schaffen eben einfach nur zu schwach sind, hat zwar vordergründig recht, er hilft aber den 15-20 Millionen Rauchern in Deutschland nicht wirklich weiter.

Die überwiegende Mehrzahl der Raucher wollen aufhören, schaffen es aber meist doch nicht (Gründe: Siehe oben). Da wäre es doch schon gut würde etwas gefunden, welches das Rauchen zumindest ein wenig gesünder macht (was das Rauchen ungesund macht kann man hier gerne noch einmal nachlesen).

Etwas verkürzt gesagt ist es die Inhalation aller, durch die Verbrennung von Tabak entstehender, Substanzen die den Körper schädigt. Doch wenn man über die Gefahren des Tabakkonsums spricht, ist meist vorrangig vom Nikotin die Rede.

Genau genommen ist Nikotin, unter den im Tabakrauch enthaltenen Substanzen, sogar eine der harmloseren. Da dieses Gift aber für die Sucht verantwortlich ist, steht es in der Diskussion immer im Vordergrund.

Nicht, dass ich sagen möchte Nikotin sei gesund (es ist ein äußerst starkes Nervengift und hat, zusammen mit dem Kohlenmonoxyd im Tabakrauch, seinen Anteil an den gefäßverändernden Folgen des Rauchens), aber weder Lungenkrebs, Raucherhusten, COPD & Co. Werden vom Nikotin ausgelöst oder begünstigt.

Generell schadet Nikotin nämlich der Lunge nicht, wogegen die restlichen Inhaltsstoffe des Rauches an diesem Organ massive Schädigungen hervorrufen und hierdurch einen Großteil der vom Rauchen bedingten Todesfälle verursachen.

Genau hier setzt die elektronische (mitunter auch elektrische) Zigarette an. Ihr Funktionsprinzip ist eigentlich ganz einfach:

Bei der elektronischen Zigarette wird eine nikotinhaltige, mit Aromen angereicherte Flüssigkeit durch eine Heizwendel verdampft und als eine Art Nebel zur Inhalation freigesetzt.

Man raucht also „nur“ nikotinhaltigen Dampf. Da hier nichts verbrannt wird, fehlen auch alle sonstigen im Tabakrauch enthaltenen Schadstoffe und somit auch deren krankmachende Wirkungen.

Dennoch kommt dieses „Dampfen“ ziemlich nah an das Gefühl des Rauchens heran. Schön ist auch, dass es mit der elektronischen Zigarette kein Passivrauchen mehr gibt, keine Geruchsbelästigung, keine Brandflecken und keine vollen, stinkenden Aschenbecher. Die elektronischen Zigaretten selbst sind auch kaum größer als eine normale Zigarette und sehen Ihr zum Teil auch sehr ähnlich.

Hört man sich unter E-Rauchern um, berichten Diese immer wieder davon, dass es Ihnen mit der E-Zigarette relativ problemlos gelungen ist auf normale Zigaretten ganz zu verzichten, oder zumindest deren Konsum stark einzuschränken.

In einem E-Raucher-Forum findet sich hierzu folgende (nicht repräsentative) Statistik:


Auch in anderen Internet-Foren kann man Ähnliches lesen.  

Man mag davon halten was man will, aber dies ist deutlich mehr als die sonstige Erfolgsquote! 

Ich denke, die Ursache hierfür liegt einfach darin, dass E-Rauchen (neben der Nikotinversorgung) all die Gewohnheiten bedient, auf die ein langjähriger Raucher sich konditioniert hat.

Was weiterhin auffällig ist: Fast alle E-Raucher schildern übereinstimmend, dass ihre typischen Raucher -Beschwerden wie Kurzatmigkeit und Raucherhusten ganz verschwunden sind oder sich zumindest stark gebessert haben.

Es gibt sogar Berichte über bestehende, und normalerweise progressiv voranschreitende und nicht reversible, Lungenerkrankungen (COPD) die sich stabilisierten.

Aber Achtung: Gerade Lungenkranke sollten, bevor Sie auf das E-Rauchen umsteigen, doch erst einmal mit ihrem Arzt reden!

All dies ist zur Zeit zwar nicht wissenschaftlich untermauert (die ersten Studien laufen gerade) und  somit eher das subjektive Empfinden der E-Raucher. - Und, nur um hier ganz klar zu sein:

Ganz aufzuhören ist immer noch der gesündeste Weg. Und mit E-Rauchen in das Rauchen einzusteigen ist auch keine wirklich gute Idee!

Dennoch halte ich das E-Rauchen, für all diejenigen welche es mal wieder nicht geschafft haben, für eine prüfenswerte Alternative zum normalen Rauchen.

Hier noch einige Links für Diejenigen, die sich zu diesem Thema weiter informieren möchten:

http://www.e-rauchen-forum.de/  (Das beste deutschsprachige Forum zum Thema)
http://www.elektrisches-rauchen.com/
http://e-zigarette-test.de/

1 Kommentar:

iArne hat gesagt…

Moin moin,

schön geschriebener und informativer Beitrag deines Blogs.


Arne