Dienstag, 24. November 2009

Neue Zeitungen braucht das Land!



Jeden Morgen finde ich meine Zeitung im Briefkasten. - Noch!
So ziemlich jeden Morgen führt mich mein erster Weg zum Briefkasten um mir mein persönliches Exemplar des Rüsselsheimer Echos abzuholen.

Weil genügend Zeit für die Lektüre, mache ich diesen Gang besonderst gerne am Samstag. - Schmerzlich vermisse ich ich dieses Ritual Sonntags, da gibt es nämlich kein Echo und die Alternative mit den vier Buchstaben hat Hausverbot in meinem Briefkasten.

So weit, so gut! - Und leider auch so altmodisch! 

Der durchschnittliche Leser einer Tageszeitung gehört heute nämlich zur Heldengeneration derer, die noch ein Fernsehen mit drei Programmen und ganz ohne Morgenmagazin kannten. Diese Menschen stammen oft noch aus einer Zeit wo Computer ausschließlich für die Buchhaltung von Großunternehmen verwendet wurden und der Erfinder des Begriffes "Multimedia" noch nicht einmal geboren war.

Die Mehrheit informiert sich heute nicht mehr aus der Papierkonserve. Man bezieht seine Dosis Tagesaktualität aus TV, Radio und/oder gleich aus dem Internet. Auf den ersten Blick bietet das ja auch einige Vorteile gegenüber der Tagespresse.

Eine Zeitung, die geschrieben, layoutet, gedruckt und in einem Briefkasten transportiert werden muß, kann es an Aktualität begreiflicherweise nie mit den modernen Medien aufnehmen. Außerdem kostet der ganze Aufwand natürlich auch Geld, was den Bezug einer Tageszeitung nicht gerade kostengünstig macht. Fernsehen & Internet hat und bezahlt man ohnehin, warum dann noch Geld für eine Tageszeitung ausgeben?


Trotz all dem leiste ich mir diesen Luxus. - Warum eigentlich?

Nun ja, es ist Teil meiner Kultur mich, jeden morgen bei einer Tasse Kaffee - und ganz gemütlich - der Zeitungslektüre zu widmen. Das bereitet mich langsam auf den Tag vor. Den obligatorischen Informationseinlauf via Web & Co. verpasst mir mein Arbeitstag sowieso.

Dennoch steht zu befürchten, dass mein Briefkasten bald leer bleiben wird, und ich mir Alternativen suchen werden muss.


Mein selbst gebastelter Informations-Mix im Feedreader

Ja, dieser Meinung bin ich wirklich: Die Tage der klassischen Zeitungen, mit ihrem starren, unveränderlichen und schon leicht "abgehangenen" Inhalt sind gezählt. Eine Zeitung der Zukunft muss aktueller und individueller sein als die von heute, sonst wird sie sich nicht mehr verkaufen.

Aber diese Zeitung darf auch nicht einfach nur die flache Version heutiger News-Webseiten oder Feedreader-Aggregate sein. Das würde nämlich voraussetzen, dass jeder sich seine Zeitung inhaltlich selbst zusammenstellt.

Wer möchte, kann das übrigens heute schon tun. - Man nehme:
  • Ein beliebiges EBook (Kindle, Sony, etc..), oder auch ein aktuelles Smartphone mit halbwegs großem Display.
  • Die freie Software Calibre um die gewünschten Feeds einzusammeln. Das Ganze in das, für das Anzeigegerät passende Format umzuwandeln und schließlich auf den Reader zu übertragen.
So Ausgestattet kann man seine eigene Zeitung jederzeit aktuell auf dem EBook beim Frühstück lesen.



EBook, betankt mit aktuellen News aus meiner Region.

Nur solch ein Aufwand ist nicht jedermanns Sache und damit eher etwas für die Bastler unter uns. Darüber hinaus, ist eine gut gemachte Zeitung weit mehr als eine Ansammlung von Informationen. Ihre Qualität liegt wesentlich auch in der Auswahl & Zusammenstellung dieser Informationen.

Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass die Verlagshäuser diese Inhalte ihren Lesern über ein EBook-Reader nebst Online-Anbindung bereitstellen. Der Teil meiner Abo-Gebühr, der heute für Druck und Liefer-Logistik verwendet wird, reicht - ähnlich wie bei subventionierten Handys - sicher auch um alternativ diese Infrastruktur zu finanzieren....

Keine Kommentare: