Montag, 28. September 2009

Fotos? - Klar doch, die kann ich machen...



...dachte ich mir, als mich meine Schwester fragte ob ich einige Schmuck-Fotos für ihren Blog machen könne.

Produktfotografie, und darum handelt es sich hier, ist eine Kunst für sich. - Es geht nämlich weniger um das schöne Bild, sondern um eine möglichst naturgetreue Abbildung des Gegenstands. - Schließlich will man/frau auf solch einem Foto genau dass sehen, was er/sie später auch in Händen hält. Hieraus ergeben sich für den Fotografen einige Probleme:

1.Die Farbe

Je nach eingesetztem Licht können Farbtöne auf dem Bild erheblich variieren. An sich ist das ja nichts neues und muss via Weißabgleich in der Kamera, aber auch später in der Nachbearbeitung am Rechner wieder korrigiert werden.

Aber eine Frickelei ist das allemal. Und die Qualität des Ergebnisses hängt, neben der richtigen Kalibrierung des Monitors, auch stark von der Güte des eigenen Farbempfindens ab.

Da ich zu den Männern gehöre die sich regelmäßig mit ihrer Frau darüber streiten ob die Socken nun schwarz oder eher dunkelblau sind, gerate ich hier schnell an meine Grenzen. Was für ein Glück, dass meine Schwester keine Häuser baut. Ketten und Ringe kann man noch zum Vergleich neben den Monitor halten...

2.Reflektionen
Was ist an Schmuck so faszinierend? Klar: Wenn es funkelt und glitzert. - Mit dem richtigen Licht kann man da einiges rausholen. Allerdings will man bei all dem Gestrahle auch noch die Details erkennen.

Genau hier wird es schwierig die richtige Balance zu finden. Leider hilft (zumindest mir) dabei die Belichtungsautomatik der Kamera überhaupt nicht weiter. Den Bildern fehlt in dieser, zugegebenermaßen sehr extremen, Beleuchtungssituation jegliche Tiefe und Zeichnung.

Durch manuelles herumprobieren mit Blende und Belichtungszeit bin ich meinem Wunschergebnis weit näher gekommen; erreicht habe ich es aber nicht immer. Ich denke, hier fehlt mir einfach noch die Übung.

3.Schärfe
Schmuck hat oft viele kleine Details die man auch erkennen soll. Auf der anderen Seite kann eine Kette ohne weiteres 40 oder 50 cm lang sein. Wenn man dann, wie ich, nur über ein 17,5-45mm Objektiv verfügt (das 40-150er vergessen wir mal), ist es eigentlich unmöglich so ein Teil, mit allen Details, komplett scharf abzubilden.

Na ja - eine direkt von oben geschossene Aufnahme würde vielleicht gehen, aber sowie man von schräg oben oder seitlich aufnimmt, gibt es immer Bereiche die außerhalb der Schärfentiefe liegen.

Ich bin mir gar nicht so sicher ob es überhaupt eine Optik gibt mit der man dieses Problem lösen kann. Auf jeden Fall habe ich versucht aus der Not ein Tugend zu machen und die größeren Teile so zu drapieren, dass man das Wesentliche sieht, die Form noch erkennbar bleibt und die Unschärfe eher gewollt und wie ein Stilmittel aussieht.


Trotz, oder auch gerade wegen, all diesen Problemchen bin ich dann doch mit den Ergebnissen zufrieden und werde, wenn meine Schwester sich noch traut, es auch noch einmal wiederholen. Weil - Spaß hat es schon gemacht und darauf kommt es schließlich an.

Aber: Einen Beruf werde ich daraus nicht machen; das können Andere besser!


p.s. - Für die volle Auflösung auf die Bilder klicken.

1 Kommentar:

Ingrid Kehle hat gesagt…

Also, ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt! Und was das Üben angeht - kein Problem!Ich hab noch jede Menge Nachschub!

Viele Grüße
Ingrid