Mittwoch, 18. März 2009

Gute Fotos?

Wer sich etwas intensiver mit digitaler Fotografie beschäftigt, dem ist das Folgende nicht neu und sicher auch zu oberflächlich. Allen anderen möchte ich, indem ich kurz beschreibe wie ich meine Fotos nachbearbeite, ein Gefühl vermitteln wie das geht.


Gute Fotos sind reine Geschmackssache. Der Unterschied liegt eigentlich nur darin ob sie mir selbst gefallen oder eben nicht. Dennoch freue ich mich natürlich über Lob und versuche deshalb auch immer meine Fotos so zu gestalten, dass auch Andere sie schön finden.

Trotzdem sind die Meisten von uns keine Fotoprofis und fragen sich schon manchmal wie man bessere Bilder macht. Gerade wenn man beim stöbern im Internet über so etwas stolpert:

(Aus Flickr von uzhik: http://www.flickr.com/photos/uzhik/3223566423/)

Solch ein Bild kommt selten direkt aus der Kamera - jedenfalls nicht bei mir. Meist stimmt irgend etwas nicht: Zu hell, zu dunkel, unscharf oder verwackelt sind nur die einfachsten Fehler. Aber selbst wenn hier alles stimmt sehen viele Bilder trotzdem oft nicht so berauschend aus.

Gerade so wie Dieses hier:

Ein typischer Schnappschuss. - Zwar stimmt die Schärfe, aber irgendwie ist das Bild zu flach, das Gesicht überblitzt und der Hintergrund zu unruhig. Also ist etwas Nachbearbeitung angesagt.

Mein Tool der Wahl hierfür ist Lightroom. Zwar nicht ganz billig, aber dafür relativ leicht und intuitiv zu bedienen. Dieses Programm entspricht am ehesten meinem Arbeitsstil, den man mehr als "sich spielend herantasten" statt "planvoll vorgehend" bezeichnen kann.

Also, wie kann man dieses Bild nun "aufhübschen"?

1. Es sieht schon erheblich besser aus, wenn man Kontrast und Belichtung etwas anpasst:

Das schöne an Lightroom ist, dass diese (und alle Folgenden) Schritte über einfache Schieberegler vorgenommen werden. Und man (ganz wichtig) Alles auch jederzeit wieder ändern oder ganz zurücknehmen kann:


Das Programm verändert dabei nicht das originale Bild, sondern protokolliert die Anpassungen in einer eigenen Datenbank. Angezeigt wird dann das Ergebnisbild nach allen Änderungsschritten. Nun aber weiter mit der Bearbeitung:

2. Da es mir bei diesem Bild um das Gesicht der Katze geht, stört mich der Hintergrund. Außerdem möchte ich das Gesicht gerade rücken:

Mit der Maus zieht man einfach einen Rahmen um den gewünschten Abschnitt. Diese Auswahl lässt sich beliebig vergrößern, verkleinern und drehen.

3. Die Farben sind mir immer noch zu blau und ich möchte das Grün der Augen, sowie die Nase betonen:


Da hier die Augen nicht wirklich grün (sondern eher gelb) sind, habe ich den Korrekturpinsel bemüht:

Mit diesem Werkzeug kann man sehr einfach Teilbereiche des Bildes markieren und gezieht verändern. Auf diese Weise werden aus gelben Augen Grüne.

4. Schließlich noch etwas die Grün- und Orangewerte des gesamten Bildes anheben und schärfen:


Ob das Foto so nun wirklich schöner aussieht muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir gefällt es auf jeden Fall besser als zuvor.

Was ich letztlich sagen möchte ist, dass ein gutes Foto meist nachgearbeitet ist (viele schlechte übrigens auch), diese Nachbearbeitung aber eigentlich nicht so schwierig ist wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht.

Wirklich gute Tips hierzu gibt es übrigens hier:

HappyShooting - Ein deutschsprachiger Poadcast über Fotografie.
Digital Photography School - Eine englische Seite zum Thema.


Nachtrag:

Hier noch ein anderer Vorschlag zum aufbessern schlechter Fotos.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Michael, also ich denke das Wichtigste ist das Licht. Das kann man eben nicht mal schnell digital verbessern. Aus deinem Beispiel kann man auch im Photoshop kein wirklich gutes Foto machen, weil es eben nur die singulaere (und sehr nahe und frontale) Lichtquelle des Blitzes hat. Es fehlt die indirekte Beleuchtung und die indirekten Schatten. Das macht die Haare flach. Die Glanzlichter der Haare durch den Blitz machen es "kuenstlich". Aussderdem fehlt die Spiegelung des Lichtes in den Augen. Gruss Ingo

Michael Gottwald hat gesagt…

Hallo Ingo,

ja das stimmt.

Bei Schnappschüssen hat man in der Regel leider nicht die Zeit für ein optimales Setup.

Eine richtige digitale Nachbearbeitung könnte hier sicher noch einiges erreichen. Aber, um ehrlich zu sein, dafür fehlt mir sicher noch einiges an Können.

Dennoch (oder gerade deshalb) denke ich, dass das Ergebnis gut zeigt wie man aus einem schlechten Foto relativ einfach ein Mittelmäßiges machen kann. - Und das war der Zweck der Übung.

Darüber hinaus werde ich weiter an meinen Fähigkeiten arbeiten. Dein Kommentar hilft hier weiter. Danke dafür.

Grüße (auch an Andrea und die Kleinen),
Michael

Anonym hat gesagt…

Da hast Du recht, man kann aus einem schlechten Foto schnell was Mittelmaessiges zaubern.

Aber ein wirklich gutes Foto muss man schon direkt mit der Kamera gemacht haben. Das kann man dann digital nur noch feinschleifen.

Das theoretische Wissen um ein gutes Bild hilft aber leider oft nicht weiter. Es ist relativ einfach zu sagen warum ein Bild mittelmaessig ist, es aber selbst besser zu machen ist eine ganz andere Sache.

So jetzt aber ins Bett.
Ingo