Dienstag, 22. Dezember 2009

Best of the Year

Um das Jahr fotografisch abzuschließen, habe ich auch diesen Dezember die, nach meiner Meinung, besten Bilder der vergangenen zwölf Monate zusammengestellt.

Natürlich sind es überwiegend Bilder von Joshi und den Katzen, aber auch einige HDR's sind dabei.



Also, wer mag kann sich die ganze Galerie hier ansehen.

Samstag, 19. Dezember 2009

Winter Wonderland




Nach dem Schneefall letzte Nacht, haben Joshi und ich heute einen kleinen Spaziergang rund um Trebur unternommen.

Hier einige Bilder:



 









Frohe Weihnachten Euch allen!


Freitag, 27. November 2009

Die Welt ist eine Scheibe...




...stimmt zugegebenermaßen nicht ganz, aber jede Generation hat Ihre Irrtümer. Hier einige Beispiele: 

"Eine erstaunliche Erfindung, dieses Telefon. Aber wer sollte es jemals benutzen wollen." 
US-Präsident Rutherford B. Hayes vor rund 130 Jahren

"No, Sir. Die Amerikaner brauchen vielleicht das Telefon, wir aber nicht. Wir haben sehr viele Eilboten."
Sir William Preece, Chefingenieur der britischen Post, 1896 zu Graham Bell, als dieser ihm die praktische Verwendbarkeit des Telefons demonstriert hatte.

"Das Pferd wird immer bleiben, Automobile sind hingegen nur eine Mode-Erscheinung." 
Die Michigan Savings Bank 1903 zu den Marktchancen für den Autopionier Henry Ford

"Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren."
Gottlieb Daimler, 1901

"Die drahtlose Musikbox hat keinen denkbaren kommerziellen Wert."
Ein Investor in den 1920er-Jahren über das Radio

"Wer in drei Teufels Namen will schon Schauspieler sprechen hören?"
H.M. Warner von Warner Brothers im Jahre 1927

"Auf das Fernsehen sollten wir keine Träume vergeuden, weil es sich einfach nicht finanzieren lässt." 
1926, Lee De Forest (gilt als Vater des Radios)

"Es gibt nicht das geringste Anzeichen, dass wir jemals Atomenergie entwickeln können."
Albert Einstein 1932

"Der Weltbedarf an Photokopierern liegt bei 50 Stück."
Xerox

"Ich kann Ihnen versichern, Datenverarbeitung ist ein Tick, welcher dieses Jahr nicht überleben wird."
1957, Der Herausgeber einer Geschäftsbuch-Reihe

"Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus wollen würde."
Ken Olsen, Präsident der Digital Equipment Corp., 1977

"Schön, aber wozu ist das Ding gut?"
Ein Ingenieur der Forschungsabteilung Advanced Computing Systems
Division (IBM) 1968 über den Mikrochip


"Niemand braucht zu Hause einen Computer."
IBM zu Steven Jobs

"E-Mails sind ein absolut unverkaufbares Produkt." 
Ian Sharp, Chef eines kanadischen Beratungsunternehmens im Jahr 1979

"Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft." 
Ron Sommer, Anfang der 90er

"Was wollen Sie denn mit einer 170-MB großen Festplatte - die bekommen Sie doch im Leben nicht voll?"
ein Verkäufer eines hiesigen Elektronik-Fachmarktes 1991

"Ein Internet-Browser ist nur ein unbedeutendes Stück Software." 
(Bill Gates, Dezember 1995) 
 

Dienstag, 24. November 2009

Neue Zeitungen braucht das Land!



Jeden Morgen finde ich meine Zeitung im Briefkasten. - Noch!
So ziemlich jeden Morgen führt mich mein erster Weg zum Briefkasten um mir mein persönliches Exemplar des Rüsselsheimer Echos abzuholen.

Weil genügend Zeit für die Lektüre, mache ich diesen Gang besonderst gerne am Samstag. - Schmerzlich vermisse ich ich dieses Ritual Sonntags, da gibt es nämlich kein Echo und die Alternative mit den vier Buchstaben hat Hausverbot in meinem Briefkasten.

So weit, so gut! - Und leider auch so altmodisch! 

Der durchschnittliche Leser einer Tageszeitung gehört heute nämlich zur Heldengeneration derer, die noch ein Fernsehen mit drei Programmen und ganz ohne Morgenmagazin kannten. Diese Menschen stammen oft noch aus einer Zeit wo Computer ausschließlich für die Buchhaltung von Großunternehmen verwendet wurden und der Erfinder des Begriffes "Multimedia" noch nicht einmal geboren war.

Die Mehrheit informiert sich heute nicht mehr aus der Papierkonserve. Man bezieht seine Dosis Tagesaktualität aus TV, Radio und/oder gleich aus dem Internet. Auf den ersten Blick bietet das ja auch einige Vorteile gegenüber der Tagespresse.

Eine Zeitung, die geschrieben, layoutet, gedruckt und in einem Briefkasten transportiert werden muß, kann es an Aktualität begreiflicherweise nie mit den modernen Medien aufnehmen. Außerdem kostet der ganze Aufwand natürlich auch Geld, was den Bezug einer Tageszeitung nicht gerade kostengünstig macht. Fernsehen & Internet hat und bezahlt man ohnehin, warum dann noch Geld für eine Tageszeitung ausgeben?


Trotz all dem leiste ich mir diesen Luxus. - Warum eigentlich?

Nun ja, es ist Teil meiner Kultur mich, jeden morgen bei einer Tasse Kaffee - und ganz gemütlich - der Zeitungslektüre zu widmen. Das bereitet mich langsam auf den Tag vor. Den obligatorischen Informationseinlauf via Web & Co. verpasst mir mein Arbeitstag sowieso.

Dennoch steht zu befürchten, dass mein Briefkasten bald leer bleiben wird, und ich mir Alternativen suchen werden muss.


Mein selbst gebastelter Informations-Mix im Feedreader

Ja, dieser Meinung bin ich wirklich: Die Tage der klassischen Zeitungen, mit ihrem starren, unveränderlichen und schon leicht "abgehangenen" Inhalt sind gezählt. Eine Zeitung der Zukunft muss aktueller und individueller sein als die von heute, sonst wird sie sich nicht mehr verkaufen.

Aber diese Zeitung darf auch nicht einfach nur die flache Version heutiger News-Webseiten oder Feedreader-Aggregate sein. Das würde nämlich voraussetzen, dass jeder sich seine Zeitung inhaltlich selbst zusammenstellt.

Wer möchte, kann das übrigens heute schon tun. - Man nehme:
  • Ein beliebiges EBook (Kindle, Sony, etc..), oder auch ein aktuelles Smartphone mit halbwegs großem Display.
  • Die freie Software Calibre um die gewünschten Feeds einzusammeln. Das Ganze in das, für das Anzeigegerät passende Format umzuwandeln und schließlich auf den Reader zu übertragen.
So Ausgestattet kann man seine eigene Zeitung jederzeit aktuell auf dem EBook beim Frühstück lesen.



EBook, betankt mit aktuellen News aus meiner Region.

Nur solch ein Aufwand ist nicht jedermanns Sache und damit eher etwas für die Bastler unter uns. Darüber hinaus, ist eine gut gemachte Zeitung weit mehr als eine Ansammlung von Informationen. Ihre Qualität liegt wesentlich auch in der Auswahl & Zusammenstellung dieser Informationen.

Ich kann mir aber sehr wohl vorstellen, dass die Verlagshäuser diese Inhalte ihren Lesern über ein EBook-Reader nebst Online-Anbindung bereitstellen. Der Teil meiner Abo-Gebühr, der heute für Druck und Liefer-Logistik verwendet wird, reicht - ähnlich wie bei subventionierten Handys - sicher auch um alternativ diese Infrastruktur zu finanzieren....

Samstag, 31. Oktober 2009

140 Zeichen haben wir dafür Zeit...


In einem früheren Blogeintrag habe ich schon einmal beschrieben was Twitter für mich ist. Auch Andere machen das; und manche sogar auf ganz besondere Weise:

@manomama hat ein Lied über Ihre Follower gesungen. Und dieses Lied ist richtig gut....

Dienstag, 27. Oktober 2009

OSUG im Rhein-Main Gebiet

Fragt man Google nach dem Begriff "OSUG", dann zeigt der erste Treffer auf das "Observatoire des Sciences de la Terre, de l'Univers et de l'Environnement de Grenoble",
danach folgt ein Eintrag über die "OSUG DENTRO DEL XXXVII FESTIVAL INTERNACIONAL CERVANTINO" (ich hoffe, ich verlinke hier auf nichts unanständiges).

Ab dem dritten Platz folgen dann jede Menge Einträge zu Open Solaris User Groups. Und genau um eine solche OSUG geht es mir auch mit diesem Blogeintrag.

Gemeinsam mit zwei Arbeitskollegen, bin ich nämlich gerade dabei eine Open Solaris User Group für das Rhein-Main Gebiet zu gründen.

Was liegt also näher, als auch im eigenen Blog dafür etwas Werbung zu machen. Und ich würde mich wirklich freuen wenn sich unter meinen Lesern jemand findet, der auch Spaß daran hätte an einer OSUG mitzuwirken.

Also, hier die Einladung:
Betreff: Gründung einer OpenSolaris User Group im Rhein-Main Gebiet

Wann: 17. November 2009, ab 17:45

Wo: Sun Microsystems
Geschäftsstelle Frankfurt
Amperestraße 6
63225 Langen



Liebe Unix, Linux, Solaris und OpenSolaris Freunde,

es gibt mittlerweile einige OpenSolaris User Groups in Deutschland. Daher
wollen wir nun auch im erweiterten Rhein-Main Gebiet (Frankfurt, Wiesbaden,
Mainz, Darmstadt, Offenbach, ...) herausfinden, ob es genug Interessenten für
eine solche Gruppe gibt.

Wir laden deshalb alle an UNIX/Solaris Interessierten zu einem ersten Treffen
in die Sun-Geschäftsstelle nach Langen ein.

Eine Agenda für dieses Treffen haben wir auch schon, wenn es noch weitere
Vorschläge gibt, sind wir gerne bereit, diese aufzunehmen...

17:45 Beginn und Begrüßung

18:00 Open Solaris User Groups, was sind das?

* Vorstellung
* Warum?
* Wohin?
* Ideensammlung
* Diskussion

19:00 Wie baue ich einen umweltfreundlichen Home NAS-Server mit Hilfe von
OpenSolaris? (Vortrag von Matthias Pfützner)

19:30 Platz für einen weiteren Vortrag (Interessenten vor!)

20:00 Offene Diskussion

21:00 Ende der Veranstaltung

Um schon mal eine gewisse Vorstellung entwickeln zu können, was eine OSUG
ist, hier eine kurze Information:

Eine OSUG ist eine informelle Zusammenkunft von an OpenSolaris interessierten
Leuten, die sich regelmäßig oder unregelmäßig treffen, um Erfahrungen
auszutauschen, und sich mit OpenSolaris zu beschäftigen. Das Ganze in
zwangloser Atmosphäre, ggfls. bei Bier und einem Snack und immer auch mit ein
paar kurzen aber knackigen Vorträgen.

Zur Abgrenzung: Was ist eine OSUG nicht?

Eine OSUG ist KEINE Sun Marketing Veranstaltung. Es ist eine Veranstaltung
die davon lebt, dass sich möglichst Viele einbringen.

Näheres dazu siehe: http://www.opensolaris.org/os/usergroups/

Um den Anfang leichter zu gestalten, wollen wir den ersten Termin, wie oben
erwähnt, in der Sun Geschäftsstelle in Langen abhalten. Danach würden wir
aber gerne auch auf andere Lokalitäten zurückgreifen.

Beim ersten Treffen wollen wir auch die organisatorischen Fragen
diskutieren:

* Wie häufig & wo wollen wir uns treffen?
* Was sind Vorschläge der Teilnehmer für die OSUG im Rhein-Main Gebiet?
* Wie soll die OSUG im Rhein-Main Gebiet genannt werden?
* Gibt es Freiwillige für Vorträge?

* Wer möchte eine XING Gruppe dazu aufbauen?
* Wer möchte eine eigene WebSeite dazu aufbauen?
* Brauchen wir eine Mailingliste? Wenn ja, wer kümmert sich darum?

Weil die Veranstaltung in der Sun Geschäftsstelle stattfindet, brauchen wir
aus Sicherheitgründen eine Anmeldung, denn ohne Anmeldung darf man das Gebäude
nicht betreten. Daher bitten wir um Rückantwort an:

mailto:Michael.Gottwald@Sun.COM oder mailto:Ulrich.Graef@Sun.COM oder
mailto:Matthias.Pfuetzner@Sun.COM

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und in der Zukunft viele weitere
spannende und kurzweilige Treffen.

Michael Gottwald Ulrich Gräf Matthias Pfützner

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Angelurlaub

Letzte Woche waren Junior und ich in Holland. Nur wir Zwei, also ein richtiger Vater & Sohn -Urlaub. Hier einige Bilder davon:









Donnerstag, 8. Oktober 2009

Weshalb? Wofür? & Wieso?

Davon gehört haben fast alle schon einmal. - Wer sich gelegentlich im Internet bewegt sowieso. - Wem das Netz bisher fremd geblieben ist, der hat sicher schon mal etwas darüber gelesen oder gehört. - Wer es nutzt, dem wurde wahrscheinlich schon mal die Frage nach dem praktischen Nutzen gestellt.

Wovon ich rede? - Von Twitter:

Ich kann mir zwar nicht vorstellen das jemand der sich hierher verirrt nicht weiß was Twitter ist, aber - nur für den Fall - so definiert es Wikipedia:

"Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein meist öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet (Mikroblog), welches weltweit per Website, Mobiltelefon, Desktopanwendung, Widget oder Webbrowser-Plug-in geführt und aktualisiert werden kann."....

Kapiert? - Man kann es auch einfacher ausdrücken:

Twitter ist ein Medium zum Austausch von Nachrichten. Ein Austausch, wie er im "richtigen Leben" vielleicht über ein schwarzes Brett, am Kneipentresen, oder in einer x-beliebigen Kaffeeküche geschehen würde. Jeder kann was sagen, jeder kann zuhören, weitererzählen oder antworten. Man geht in die Kneipen, die von Gleichgesinnten aufgesucht werden. Und, wenn es mal etwas vertraulicher sein soll, macht man auch mal die Tür zu damit nicht jeder mithören kann.

Kurz: Twitter ist der "Smal-Talk" des Internets.

Schaut man sich die "Tweets" (so nennt man, die über Twitter ausgetauschten Nachrichten) an, so geht es auch oft um "belanglosen" Smal-Talk:

Aber, was bedeutet belanglos? - Heiß dass automatisch unnütz? - Oder Wertlos?

Wenn dem so wäre, würde das doch auch für jede andere Art der Plauderei genauso gelten. - Oder?

Jemand der ganz offen zugibt das er twittert, wird immer mal wieder gefragt was der Nutzen dahinter sei und ob das nicht bloß alles Zeitverschwendung ist. Außerdem könne man doch nicht so einfach, und für jeden zum Mitlesen, seine Meinung kundtun...

Meine Gegenfrage ist dann immer, ob es in Ordnung ist am Stammtisch über Politik zu diskutieren? - Immerhin können das die Leute am Nebentisch ja auch prima mitverfolgen. Die Antwort lautet dann in der Regel, dass man ja auch da nicht alles sagen sollte/würde.

Eben, mache ich bei Twitter auch nicht!

Was auch ganz gerne kommt ist das Argument, dass irgendwann jeder nur noch zu Hause einsam vor seinem Bildschirm sitzt.

Mag sein das dies für Einige zutrifft. - Aber: Wer immer und nur in der Kneipe sitzt, wird über kurz oder lang zu Säufer. - Ist deshalb jeder, der eine Kneipe aufsucht, ein Säufer?

Ich jedenfalls lerne über Twitter Menschen kennen, mit denen ich mich ohne diese Plattform kaum austauschen könnte. Und natürlich trifft man den Einen oder Anderen dann auch mal im echten Leben:


Die Antwort auf das "Weshalb? Wofür? & Wieso?" ist ganz einfach: Twitter erweitert die Möglichkeiten miteinander in Kontakt zu treten und zu diesen Kontakt dann auch aufrecht zu erhalten. Ich kann Jedem nur empfehlen dies einmal auszuprobieren....

Montag, 5. Oktober 2009

Ja, es ist wirklich eine Freude Vater zu sein!

Jeder, der ein Schulkind zu Hause hat, weiß wie schwer es ist den kleinen Sonnenschein morgens aus dem Bett zu bekommen, ihn zum Anziehen & Frühstücken zu bewegen und schließlich auf den Schulweg zu bugsieren. Wer das nicht glaubt kann diesem Drama bei uns Montags bis Freitags beiwohnen. (Aber bitte vorher anmelden.)

Aber es geht auch anders. - Nämlich dann, wenn etwas wirklich Wichtiges ansteht. - Angeln zum Beispiel.

Also: Es ist Samstag, der 3. Oktober, 5:30Uhr. Ganz Deutschland schläft noch. - Immerhin ist ja Feiertag. Nur Junior ist schon seit einer Stunde wach und bewacht den Wecker...

Endlich das ersehnte Klingeln. Schneller als ein Feuerwehrmann beim Großbrand ist Joshi aus dem Bett, hat sich das Gesicht und die Zähne abgetupft, und steht mit einer Tasse lauwarmen Kaffee neben meinem Bett:

"Papa aufstehen, wir wollen heute doch Angeln. - Du hast es mir versprochen!"

Hab ich das wirklich? - Aber diesen Gedanken zu Ende zu denken gelingt mir schon nicht mehr, weil nun auch von der anderen Seite ein fast schon freundliches "steh jetzt endlich auf und lass' mich noch etwas schlafen" in mein Ohr gebrummt wird.

Ja, es ist wirklich eine Freude Vater zu sein. - Also raus aus dem Bett und mit dem mittlerweile kalten Kaffee flott wach werden. Das Ganze wird noch beschleunigt von Sohnemanns Lieblingsvortrag, darüber wie man todsicher den größten Fisch aus dem See ziehen kann.

Immerhin scheine ich mich irgendwie angezogen und mit meinem, noch immer über Köderkunde schwadronierenden, Jungangler zum See gefahren zu sein. Mein Erinnerungsvermögen setzt jedenfalls pünktlich um sieben Uhr zur Ziehung der Lottozahlen Angelplätze wieder ein.

Gegen halb Acht sind die Formalitäten erledigt und die Zukunft des ASV-Trebur erreicht gut gelaunt Steg Nummer 44. Kurz darauf treffe auch ich, bepackt mit gefühlten zwei Tonnen Angelzubehör, bei besagter Holzkonstruktion ein.

Da 8-jährige Kinder (auch solche mit Jahrzehnte langer Erfahrung) nicht alleine angeln dürfen, ist auch noch ein geübter Angler mit von der Partie.

 Nun gilt es nur noch das Jagdgerät einsatzbereit zu machen. Dies stellt sich allerdings schnell als ein herber Rückschlag für meinen "Waller-Knaller" heraus:

Die von ihm fachmännisch montierte Rolle hat kaum noch Schnur, die Pose eignet sich nicht für Forellen (auf die heute übrigens geangelt wird). Die vorwurfsvollen Blicke des erfahrenen Profis werden allerdings nicht meinem Kleinen, sondern mir zugeworfen.
(Ich hatte, glaube ich, schon erwähnt welche Freude es ist Vater zu sein)

Na ja, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung und unter den desinteressierten Blicken meines Stammhalters, gelingt es schließlich den beiden Michaels (unser Angler heißt genau wie ich) alles doch noch rechtzeitig einsatzbereit zu haben.

Punkt Acht Uhr schallt dann ein markerschütterndes "ANFAGEN" über den See und die Show beginnt!


Was nun folgt ist schwer in Worte zu fassen: 53 mit Posen, Haken, Blei und Maden beschwerte Angelschnüre schlagen nahezu zeitgleich auf der Wasseroberfläche auf.

Um genau zu sein eigentlich nur 52. - Joshi's Montage hängt, nachdem sie knapp an meinem Ohr vorbei gesaust ist, gut vier Meter in den Bäumen über mir und bietet seinen Maden einen einmaligen Blick über den Oberwiesensee.

Begleitet von einem aufmunternden "Papa was stehst Du mir auch in der Wurflinie herum" und unter den amüsierten Blicken des anderen Michaels, darf ich mich nun darum bemühen diese glitschigen Tierchen aus Ihrer misslichen Lage zu erlösen.

Nachdem ich schließlich den Köder befreit und mich weisungsgemäß in meinem Erdloch verkrümelt habe, gelingt es unserem Star-Angler schließlich auch seine Würmer in ihr Seemannsgrab zu befördern.

Nun ist erst einmal Warten angesagt. - Immerhin müssen sich die Fische erst einmal von dem, durch das Trommelfeuer aufschlagender Köder verursachten Schock erholen, bevor sich wenigstens die Dümmsten von ihnen wieder ans Fressen trauen.

Genügend Zeit für begleitende Väter, sich über die Widrigkeiten der Wetters bewusst zu werden. - Okay, es ist trocken und der Wetterbericht hat für den Nachmittag schönes Spätherbstwetter vorhergesagt. Aber noch ist es nicht Nachmittag. Nach meiner inneren Uhr ist noch nicht einmal Vormittag, sondern irgendwie nur KALT!

Genau da wo wir stehen scheint sich ohnehin gerade der Kältepol des Rieds zu befinden und ich beginne mich gerade zu fragen wie sich wohl Erfrierungen 1. Grades anfühlen, als es mein Naturbursche auch zu frieren beginnt:

"Du, Papa mir ist kalt! - Ich glaube Du hast mich nicht warm genug angezogen. Kann ich deine Jacke haben?"


Strafende Blicke der anderen Angler bohren sich in meinen Rücken und lassen mich noch mehr frösteln als ohnehin schon. - Dass Junior, obwohl bestens nach allen Regeln isoliert, sofort friert wenn seine Nasenspitze den kleinsten Zug abkriegt, glaubt mir jetzt sowieso keiner mehr...

Also: Zähne zusammenbeißen und auch noch das letzte Bollwerk gegen die Kälte an den zukünftigen Rentenzahler abgeben.
(Hatte ich schon erwähnt, dass es eine Freude ist Vater zu sein?)

Ca. fünf Minuten später ist es meinem Liebling jedenfalls wieder mollig warm und mir gelingt es gerade noch, mit klammen Fingern, meine achtlos auf den Steg geworfene Jacke am baden gehen zu hindern.

"Biss! - Papa geh' mir aus dem Weg! - Ich hab Einen!"

Ich weiß nicht wer ungläubiger drein geschaut hat:
Ich, weil ich mit vielem gerechnet habe. - Aber nicht damit, dass sich so ein blöder Fisch ausgerechnet an Junior's Köder verirrt.
Oder der andere Michael, weil ich wie angewurzelt da stehe, statt ihm sofort den, von Joshi gut im nächsten Gebüsch versteckten, Käscher zum abseihen des sich heftig wehrenden Fisches zu reichen...

Meine Agonie war zum Glück schnell genug vorbei um mich gerade noch rechtzeitig zu unter den Steg retten zu können, als der Angler von der Nachtbarparzelle mit dem Worten "Nehmt den", seinen Käscher wie einen Speer in unsere Richtung schleuderte.


"Pfuhh, das ging ja gerade noch mal gut! - Papa, wenn wir angeln musst Du schon etwas besser aufpassen! - Beinahe hätte ich, nur wegen Dir, meinen Fisch verloren!"
(Allgemeines, zustimmendes Nicken der Umstehenden. - Hatte ich schon erwähnt...)

Wie das Tierchen, sehr plötzlich und überhaupt nicht unerwartet, zu Tode kam, kann ich nicht sagen. Jedenfalls war alles schon erledigt als ich unter dem Steg wieder hervor gekrochen kam.

"Wahh, was für ein riesen Teil! - Damit werde ich sicher Erster! - Nicht wahr? - Papa Den musst Du unbedingt fotografieren!"

Natürlich kamen gleich alle Freunde zum Bewundern....
"Mein Opa hat schon mal so einen Fisch gefangen!"

"Zeig mal deinen Fisch! - Hat dein Papa auch schon was gefangen?"
- Nein, liebes Kind, ICH begleite hier nur meinen Sohn. ICH angle nicht, weil ICH mag keine Fische. -
(Zugegeben, das das habe ich nicht gesagt, sondern nur gedacht...)


Jetzt kommt natürlich der Moment, wo auch Väter Stolz sein müssen: Der Nachwuchs posiert mit seinem kapitalen Fang vor der Kamera...


...und jetzt kommt der Moment wo ich rückwärts essen gehe: Der Fisch muss ausgenommen werden. - So richtig, mit aufschneiden, Eingeweide rauspopeln, Auswaschen und Abschuppen (Oma wird das Tier übrigens später braten). Ich werde dem anderen Michael ewig dankbar sein, dass er (bis ich vom -Ihr wisst schon was- zurück war) den Job erledigt hatte.

Und für all die Mühe, gab es dann sogar noch einen (den 10.) Preis. - Äh, für Joshi - nicht für mich...


P.s.: Ich schwöre, dass diese Geschichte fast die reine Wahrheit wiedergibt,  ich kaum etwas hinzugedichtet und nur wenig übertrieben habe...

Montag, 28. September 2009

Fotos? - Klar doch, die kann ich machen...



...dachte ich mir, als mich meine Schwester fragte ob ich einige Schmuck-Fotos für ihren Blog machen könne.

Produktfotografie, und darum handelt es sich hier, ist eine Kunst für sich. - Es geht nämlich weniger um das schöne Bild, sondern um eine möglichst naturgetreue Abbildung des Gegenstands. - Schließlich will man/frau auf solch einem Foto genau dass sehen, was er/sie später auch in Händen hält. Hieraus ergeben sich für den Fotografen einige Probleme:

1.Die Farbe

Je nach eingesetztem Licht können Farbtöne auf dem Bild erheblich variieren. An sich ist das ja nichts neues und muss via Weißabgleich in der Kamera, aber auch später in der Nachbearbeitung am Rechner wieder korrigiert werden.

Aber eine Frickelei ist das allemal. Und die Qualität des Ergebnisses hängt, neben der richtigen Kalibrierung des Monitors, auch stark von der Güte des eigenen Farbempfindens ab.

Da ich zu den Männern gehöre die sich regelmäßig mit ihrer Frau darüber streiten ob die Socken nun schwarz oder eher dunkelblau sind, gerate ich hier schnell an meine Grenzen. Was für ein Glück, dass meine Schwester keine Häuser baut. Ketten und Ringe kann man noch zum Vergleich neben den Monitor halten...

2.Reflektionen
Was ist an Schmuck so faszinierend? Klar: Wenn es funkelt und glitzert. - Mit dem richtigen Licht kann man da einiges rausholen. Allerdings will man bei all dem Gestrahle auch noch die Details erkennen.

Genau hier wird es schwierig die richtige Balance zu finden. Leider hilft (zumindest mir) dabei die Belichtungsautomatik der Kamera überhaupt nicht weiter. Den Bildern fehlt in dieser, zugegebenermaßen sehr extremen, Beleuchtungssituation jegliche Tiefe und Zeichnung.

Durch manuelles herumprobieren mit Blende und Belichtungszeit bin ich meinem Wunschergebnis weit näher gekommen; erreicht habe ich es aber nicht immer. Ich denke, hier fehlt mir einfach noch die Übung.

3.Schärfe
Schmuck hat oft viele kleine Details die man auch erkennen soll. Auf der anderen Seite kann eine Kette ohne weiteres 40 oder 50 cm lang sein. Wenn man dann, wie ich, nur über ein 17,5-45mm Objektiv verfügt (das 40-150er vergessen wir mal), ist es eigentlich unmöglich so ein Teil, mit allen Details, komplett scharf abzubilden.

Na ja - eine direkt von oben geschossene Aufnahme würde vielleicht gehen, aber sowie man von schräg oben oder seitlich aufnimmt, gibt es immer Bereiche die außerhalb der Schärfentiefe liegen.

Ich bin mir gar nicht so sicher ob es überhaupt eine Optik gibt mit der man dieses Problem lösen kann. Auf jeden Fall habe ich versucht aus der Not ein Tugend zu machen und die größeren Teile so zu drapieren, dass man das Wesentliche sieht, die Form noch erkennbar bleibt und die Unschärfe eher gewollt und wie ein Stilmittel aussieht.


Trotz, oder auch gerade wegen, all diesen Problemchen bin ich dann doch mit den Ergebnissen zufrieden und werde, wenn meine Schwester sich noch traut, es auch noch einmal wiederholen. Weil - Spaß hat es schon gemacht und darauf kommt es schließlich an.

Aber: Einen Beruf werde ich daraus nicht machen; das können Andere besser!


p.s. - Für die volle Auflösung auf die Bilder klicken.