Montag, 22. Januar 2007

Wenn ich morgens...


... in die Nachrichten schaue findet sich immer was:

Ob es darum geht, dass aufrichtige Reue genügt um, nach nahezu einem viertel Jahrhundert Haft, als RAF- Terrorist wieder frei zu kommen.

Oder wie der Klimawandel unser aller Leben beeinflusst.

Und natürlich noch Vieles mehr.

Vieles ist vergessen bevor ich es richtig zu Ende gelesen habe. Aber von Zeit zu Zeit beschäftigt mich eine Nachricht länger als normal, ohne dass ich immer gleich sagen könnte warum.

Eine Story über die Todesstrafe in Japan ist so ein Fall:

Nicht das hier eine, pazifistisch ausgerichtete, Industrienation an der Todesstrafe festhält. - Die Todesstrafe ist immer noch eher die Regel, denn die Ausnahme. - Nein, die Art und Weise wie hier mit den zum Tode Verurteilten umgegangen wird finde ich bemerkenswert:

"...Wäre das Seil an seinem Kinn hängen geblieben, hätte man die Hinrichtung am gleichen Tag wiederholt..."

Was mag in einem Menschen vorgehen der, am Hals aufgehängt, wieder abgehängt und dann noch einmal aufgehängt wird? Für mich klingt das wie die Steigerung von sterben: Zwei mal sterben!

Nun gut, denke ich mir, vielleicht haben Sie es ja verdient. Immerhin heisst es:

"...Zum Tod verurteilt wird in Japan nur, wer mindestens drei Menschen getötet hat. ..."

Aber dann kommt sofort dies:

"...Aber Familienangehörige zählen dabei nicht mit."

Spätestens jetzt muss ich kapitulieren, denn dies hat nichts mehr mit meiner Vorstellung von Gerechtigkeit zu tun. - Jedes Menschenleben ist einzig und gleich schützenswert! - Aber auch in Japan scheint man sich der Sache nicht ganz so sicher zu sein:

"...Denn in Japan werden Hinrichtungen grundsätzlich verheimlicht. ... Der Grund für die Verheimlichung ist, dass der Staat sich für seine Tat schämt..."

Wenn ein Staat die Größe hat sich zu schämen, dann verdient er unsere Hochachtung. Aber er sollte auch die Größe haben Konsequenzen aus seiner Scham zu ziehen und die Gründe hier für beseitigen...


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